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Januar 2009


27.01.2009 - weltweite Neuigkeiten
Genetische Vielfalt im Fluss - Muschel und Bachforelle brauchen integrierten Schutz

Früher wurde sie wegen ihrer kostbaren Perlen geschätzt, heute erforschen sie Ökologen: die Flussperlmuschel, einer der anspruchsvollsten Bewohner der Flüsse Europas. Ihre Larven wachsen in den Kiemen der Bachforelle heran. Sie braucht extrem sauberes Wasser und ein Flussbett, das frei von Schlamm ist. Kein Wunder, dass die Flussperlmuschel mittlerweile fast ausgestorben ist. Der Gewässerökologe Prof. Dr. Jürgen Geist von der Technischen Universität München (TUM) untersucht europaweit die Genetik und Ökologie dieser Nischenbewohner. Sein Fazit: Ein integriertes Schutzkonzept ist nötig.
Bei guten Lebensbedingungen kann die Flussperlmuschel über 200 Jahre alt werden.




Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) erreicht ein Alter von über 200 Jahren und zählt zu den Methusalems im Tierreich. Wo sie lebt und sich vermehrt, ist ein Flussökosystem noch in Ordnung. Die Muschel ist damit ein wichtiger Umweltindikator, den sich Ökologen zu Nutze machen, um Fließgewässer zu erforschen. Heute sind intakte Perlmuschelbestände in Mitteleuropa selten geworden. Verschlammungen "verstopfen" oftmals den Gewässergrund, in dem die Jungmuscheln leben. Prof. Dr. Jürgen Geist vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München (TUM) erforscht in Kooperation mit Privatdozent Dr. Ralph Kühn und Prof. Dr. Karl Auerswald die Genetik und Ökologie der Flussperlmuschel und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Rote-Liste-Art.

Die anspruchsvolle Flussperlmuschel benötigt aber nicht nur das richtige Gewässerbett und sauberes Wasser. Sie ist auch auf einen ganz bestimmten Mitbewohner im Flussökosystem angewiesen: die Bachforelle (Salmo trutta fario). Die nur staubkorngroßen Muschellarven sterben, wenn sie sich nicht binnen weniger Stunden, nachdem sie vom Muschelweibchen ins Wasser abgegeben wurden, an die Kiemen einer Bachforelle heften. Dort wachsen die Glochidien genannten Larven bis zu zehn Monate lang zu etwa 0,4 mm kleinen Muscheln heran. Dann lösen sie sich von den Kiemen, lassen sich auf den Grund des Flusses sinken und vergraben sich komplett im Sediment. Erst nach vier bis fünf Jahren kommen die Flussperlmuscheln dann wieder zum Vorschein.

Prof. Dr. Geist hat nun die Parasit-Wirt-Beziehung von Muschel und Forelle auf genetischer Ebene erforscht. Hierzu wurden Gewässer in Mittel-, West- und Nordeuropa untersucht und DNA-Proben von Bachforellen und Flussperlmuscheln analysiert. Das überraschende Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift Molecular Ecology (Mol. Ecol. 17; 997-1008) publiziert: Der Zusammenhang zwischen der genetischen Vielfalt bei Parasit und Wirt ist negativ. Dort, wo die Flussperlmuschel genetisch besonders variabel ist, da sind die Bachforellenbestände eher einheitlich. Der Grund hierfür ist die unterschiedliche Strategie von Wirt und Muschel, sich an ihre Umwelt anzupassen.

Für den Schutz der Biodiversität in Fließgewässern ergibt sich daraus eine neue Erkenntnis: Es reicht nicht, die genetische Vielfalt einzelner Arten zu betrachten, um Gebiete zu identifizieren, die wegen der genetischen Vielfalt besonders schützenswert sind. Stattdessen müssen hierzu Arten mit möglichst unterschiedlichen Lebensstrategien betrachtet werden. Integrierte Schutzkonzepte für Bachforelle und Perlmuschel müssen das ganze Ökosystem berücksichtigen, damit eine insgesamt möglicht hohe Vielfalt erhalten bleibt.

Kontakt:
Technische Universität München
Juniorprofessur Funktionelle Aquatische Ökologie und Fischbiologie
Prof. Dr. Jürgen Geist
85350 Freising-Weihenstephan
Tel. 08161 / 71 - 3767
E-Mail: geist@wzw.tum.de
http://www.wzw.tum.de/fisch



In den Kiemen der Bachforelle sind die Muschellarven als weiße Punkte zu erkennen.

Gefunden bei: idw-online

Bildquellen: hier und hier


21.01.2009 - weltweite Neuigkeiten

Heute gibts mal wieder mehr Neuigkeiten:

Kleine Fische und hoher Besuch

Forschungsschiff "Walther Herwig III" untersucht Nachwuchs von Hering, Kabeljau & Co.

In der Nordsee dürfen in diesem Jahr 30 % mehr Kabeljau, 24 % mehr Makrelen und 11 % mehr Schollen gefangen werden als 2008. Während die deutsche Fischwirtschaft die aktuelle Erhöhung der Fangquoten begrüßt, wird sie von den Fischereiwissenschaftlern des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg mit einiger Skepsis betrachtet. Zwar scheinen sich einige Bestände, zum Beispiel der des Nordseekabeljaus, zu erholen. Ob dies jedoch eine langfristige Trendwende ist oder nur das Ergebnis weniger, starker Nachwuchsjahrgänge, muss wissenschaftlich erst noch geklärt werden.

Zu diesem Zweck verlässt das Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" am 23. Januar 2009 für gut vier Wochen seinen Heimathafen Bremerhaven. In der zentralen und nördlichen Nordsee soll dem jüngsten Nachwuchs der Nutzfischarten nachgespürt werden. Dr. Gerd Wegner vom vTI-Institut für Seefischerei leitet die Reise.

Neben der "Walther Herwig III" nehmen weitere sechs Forschungsschiffe aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schottland und Schweden an diesem alljährlichen Untersuchungsprogramm des Internationalen Rates für Meeresforschung in der winterlich rauen Nordsee teil.

Die Wissenschaftler auf der "Walther Herwig" hoffen, auf ihrer Reise knapp 80 Hols (Fänge) ausführen und aufarbeiten zu können. Dazu werden alle Fische nach Arten sortiert, gezählt, gemessen und gewogen. Mit dem jeweiligem Geschlecht, Reife- und Gesundheitszustand sowie Alter ergeben sich im Computer "persönliche" Steckbriefe der Einzelfische. Eine Flut von Daten, mit der sich aber recht gut auf die vorhandenen Mengen der Nutzfische sowie auf deren Nachwuchs schließen lässt. Die Zahlen stellen eine wichtige Grundlage für die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung für künftig problemlos zu entnehmende Fangmengen der einzelnen Arten dar. Diese Empfehlungen wiederum sind die Grundlage für die vom EU-Fischereirat im Herbst festzulegenden Fangquoten.

Neben den Fängen am Tage sind nachts noch Plankton- und Fischbrutfänge geplant. Besonders die Anzahl der wenige Millimeter großen Heringslarven ist von Interesse, da sie Hinweise auf die Größe des jüngsten Jahrganges des Nordseeherings und damit auf künftige Fangaussichten gibt. Ein besonderes Programm gilt der Verteilung der unterschiedlichen Tintenfischarten in der Nordsee, über die bisher nur wenig bekannt ist.

Bei allen Fängen werden routinemäßig Temperaturen, Salzgehalte und Nährstoffe zwischen Meeresoberfläche und Boden gemessen. Nach den in den letzten Jahren angestiegenen Wassertemperaturen ist die Nordsee in diesem Jahr erstmals wieder auf langjährig mittlere Verhältnisse abgekühlt.

Die kurze, bei den rauen Wetterbedingungen dieser Jahreszeit dringend notwendige Verschnaufpause - ein zweitägiger Hafenaufenthalt im schottischen Aberdeen - wird diese Fahrt aus der Reihe der Jungfisch-Reisen herausheben. Der deutsche Botschafter in Großbritannien, Herr Georg Boomgaarden, gibt sich die Ehre, die "Walther Herwig III" zu besuchen. Ihm sowie dem Bürgermeister von Aberdeen, dem deutschen Generalkonsul in Edinburgh und dem Honorarkonsul in Aberdeen wird ein informativer Empfang an Bord bereitet werden.

Quelle: idw-online

Weitere Infos: hier klicken


Alge des Jahres 2009: Emiliania huxleyi - ein Algenzwerg, der auf das weltweite Klima wirkt

Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählen Emiliania huxleyi zur Alge des Jahres, um sie als einen Schlüsselorganismus der Erde zu würdigen.

"Wegen ihrer weltweiten Bedeutung wurde Emiliania in das Sequenzierungs-Programm am Joint Genome Institute in Kalifornien aufgenommen, wo ihr Erbgut nun entschlüsselt wird", erklärt Professor Dr. Peter Kroth, Vorsitzender der Sektion Phykologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Mit dem genetischen Bauplan der Alge wollen die Forscher eine Basis schaffen, um den globalen Kohlenstoffkreislauf zu ergründen.

Industrie wartet auf Genom-Entschlüsselung

Außerdem interessiert sie, wie die Algen so komplizierte Strukturen wie die als Coccolithen bezeichneten Kalkplättchen herstellen und an ihrer Oberfläche befestigen. Von diesen Ergebnissen erhoffen sich auch Bio- und Nanotechniker der Industrie Ideen für neue Anwendungen.

Kalktransport schuf Kreidefelsen

Emiliania schwebt in den Licht durchfluteten Schichten aller Weltmeere. Sie zählt zu den mehr als 300 Kalkalgen, die sich mit kalkigen Plättchen umhüllen, welche jeder Art ein unverwechselbares Aussehen verleihen. Für die Bildung der Kalkschale verwendet Emiliania Kohlenstoff, den sie als Hydrogenkarbonat aus dem Wasser aufnimmt und als Kalzit ausfällt. Die Plättchen sind nur im Raster-Elektronen-Mikroskop gut zu erkennen, im einfachen Lichtmikroskop erscheinen sie nur als winzige Pünktchen. Sterben Kalkalgen ab, nehmen sie den nun gebundenen Kohlenstoff mit in die Tiefen der Meere, wo er sich als Sediment ablagert. Solcher Kalk lagert sich seit vielen Jahrmillionen am Meeresboden ab: Die weißen Klippen von Dover in England oder die Kreidefelsen auf der Insel Rügen bezeugen weit zurück liegende Ablagerungen.

Emiliania dominiert manche Algenblüten

Auch wenn Emiliania nur eine winzige Alge ist, spielt sie eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf der Erde. Ihr bedeutender Part ist darauf zurückzuführen, dass sie sich explosionsartig vermehren kann: Unter bestimmten Bedingungen treten sie in riesigen Massen auf, Massen, die sich über hunderte von Quadratkilometern erstrecken können und dann aus dem Weltraum zu erkennen sind, weil sie das Wasser milchig verfärben. In solchen Algenblüten kommen fast nur Emiliania vor; dann machen sie allein 80 bis 90 Prozent des Phytoplanktons aus.

Biologische Kohlenstoffpumpe

Ihre einflussreiche Rolle rührt daher, dass Emiliania während der Photosynthese große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid bindet und später in die Tiefsee transportiert, was Wissenschaftler als biologische Kohlenstoffpumpe bezeichnen. Gleichzeitig bildet Emiliania Kalziumkarbonat, wobei es zur Ansäuerung des Meerwassers kommt, das dann wiederum vermehrt Kohlendioxid freisetzt (sog. "Karbonat-Gegen-Pumpe"). Beiden Prozesse wirken jeweils unterschiedlich auf die Kapazität der Ozeane, Kohlendioxid aufzunehmen.

Erfolg von Emiliania fasziniert Forscher

Der menschenverursachte Anstieg des Kohlendioxids führt langfristig zu einer Versauerung der Meere. Wie sich dies nun auf die Fähigkeit von Emiliania auswirkt, Kohlenstoff zu binden und in die Tiefsee zu transportieren, und ob dies die Auswirkungen des Klimawandels nun verstärken oder abpuffern wird, untersuchen Algenforscher am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. "Wir haben die offenen Fragen aufgegriffen und erforschen, wie kalzifizierende Algen wie Emiliania mit der Ozeanversauerung zurechtkommen und welche Konsequenzen sich daraus für das marine Ökosystem ergeben", erklärt Dr. Björn Rost, Leiter der Arbeitsgruppe PhytoChange, die die Folgen des Klimawandels auf das Phytoplankton im Meer untersucht. "Emiliania ist dabei besonders faszinierend, weil wir immer wieder staunen und uns fragen, warum diese Alge in einigen Regionen so dominierend ist."

Quelle: idw-online

weiterführende Infos: dbg-phykologie


19.01.2009 - Garnelen

Jede Menge neuer Garnelenbilder:














 


17.01.2009 - AquaNet.TV

Bald ist es wieder soweit:

Donnerstag, 22.01.2009 ist wieder AquaNet.TV-Tag:

Um 18 und 21Uhr gibt es die neue Folge, in der es um folgende Themen gehen wird:

  • Berliner Buntbarschtage und Heim-Tier-Pflanze in Berlin. AquaNet.tv ist vor Ort
  • Es geht weiter - Faszination Meerwasseraquaristik: Der Aufbau
  • Wer ist eigentlich.... Michael Böttner?
  • In den Zuflüssen des Rio Tapajos - Kleine Buntbarsche



Wer nicht solange warten möchte kann sich entweder im Archiv die letzte Staffel oder im WebTV die letzte Folge (vom 08.01.2009) im Dauerstream anschauen!

auf zu AquaNet.TV



15.01.2009 - weltweite Neuigkeiten

Gekrönte Häupter und ihre Verwandtschaft: Schwierige Familienverhältnisse bei wehrhaften Wasserflöhen


Daphnia pulex
So mancher Zoologe wünscht sich eine Art Checkliste mit den charakteristischen Merkmalen einer Tierart - die auch die sichere Abgrenzung verwandter Spezies erlaubt. Oft hilft hier die Morphologie, also das Erscheinungsbild und die Gestalt der Individuen. Als ein eindeutiges und artspezifisches Merkmal zur Unterscheidung wurde etwa die "Dornenkrone" am Kopf mancher Wasserflöhe herangezogen. Doch eine genetische Untersuchung dieser winzigen aquatischen Krebse unter der Leitung des LMU-Forschers Dr. Christian Laforsch zeigte jetzt, dass selbst solch prominente Charakteristika in die Irre führen können.

"Die Dornen im Kopfbereich der Tiere werden nur ausgebildet, wenn diese ihren Lebensraum mit räuberischen Krebsen teilen," berichtet Laforsch. "Die Krone bietet also Schutz vor dem Fraßfeind, ist aber für keine der untersuchten Arten charakteristisch. Wir konnten damit nicht nur ein neues faszinierendes Verteidigungssystem nachweisen, sondern gleichzeitig den Wert genetischer Daten für die Untersuchung ökologischer und evolutionsbiologischer Zusammenhänge unter Beweis stellen." (PNAS early edition, 14. Januar 2009)

[...]

Die Forscher konnten zeigen, dass die Dornenkrone am Kopf mancher Tiere als Merkmal nicht typisch für eine Spezies ist, sondern nur bei Bedarf und unabhängig von der Art ausgebildet werden. Die Ausbildung unterschiedlicher Gestalten in unterschiedlichen Umwelten wird als phänotypische Plastizität bezeichnet. "Die Wasserflöhe der Daphnia-Gruppe können sich gut gegen Räuber verteidigen", so Laforsch. "Treten die Fraßfeinde nur zeitweise auf, bilden die Wasserflöhe ihre Verteidigung nur aus, wenn sie benötigt wird. Sind keine Räuber vorhanden, werden die Kosten für den Schutz eingespart."

[...]

"Das Merkmal war aber an das Vorkommen in bestimmten Habitaten geknüpft", so Laforsch. "Die Daphnien mit den ausgeprägten Dornenkronen koexistierten in ihrem Lebensraum mit dem räuberischen Urzeitkrebs Triops crancriformis. Diese Tiere gelten als lebende Fossilien mit einem seit 220 Millionen Jahren unveränderten Bauplan. Wenn die Daphnien chemische Stoffe des Räubers im Wasser erkennen, bilden sie die Dornen aus und sind dann als Beutetiere nicht mehr besonders begehrt. Triops verfügt nämlich im Mundbereich über Borsten mit Sinnenorganen, die sich bei Angriffen in den Dornen verhaken. Üblicherweise lässt der Räuber von Daphnien mit Dornenkrone wieder ab."

Insgesamt ist dies ein faszinierendes Beispiel für das Wirken der Evolution, in diesem Fall für die Anpassung eines Beutetieres an seinen Räuber. Die bisher unbekannte Art der Verteidigung ist wahrscheinlich weit verbreitet. Denn auch aus Grönland und Südafrika sind Daphnienarten mit Dornenkronen bekannt. Sie koexistieren in ihren Habitaten ebenfalls mit räuberischen Urzeitkrebsen. Die Untersuchung unterstreicht auch die Bedeutung der DNA barcodes und anderer molekularer Daten für die Klassifizierung von Arten sowie für die Entschlüsselung bislang unbekannter ökologischer Zusammenhänge und der Interaktionen von Arten.

Quelle: www.uni-muenchen.de

Bildquelle: Wikipedia


14.01.2009 - Meer

Jede Menge frischer Meerwasserbilder:





























Live sind die Tierchen noch viel besser als auf Fotos .


14.01.2009 - weltweite Neuigkeiten

Biodiversität der Tiefsee erforscht

20-jährige Fangdaten ausgewertet / Artenvielfalt nimmt zu den Polen hin ab


Immer wieder einmal hört man Berichte von Riesen-Kalmaren oder fremdartig anmutenden Fischen, die tief unter der Meeresoberfläche in ewiger Dunkelheit leben. Dennoch gehört die Tiefsee auch heute noch zu den am wenigsten erforschten Lebensräumen unseres Planeten. Der Meeresbiologe Dr. Heino Fock vom Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg hat nun etwas Licht ins Dunkle gebracht. Im Dezember 2008 veröffentlichte er in der Fachzeitschrift "Global Ecology and Biogeography" die erste zusammenfassende Arbeit zur Artenvielfalt (Biodiversität) von Tiefseefischen des Atlantik.

Erfasst wurden Fische, die in Tiefen von 1000 bis 2000 Metern leben. Die Auswertung betrifft den gesamten Atlantik von der Arktis (Grönland) bis hinunter zu Teilen des Südpolarmeeres an der Antarktischen Halbinsel. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren wurden dafür an insgesamt 66 Probestellen regelmäßig standardisierte Fänge durchgeführt. Die Fangdaten, Protokolle und Aufzeichnungen flossen in die Datenbank HamPelFish (Hamburg Pelagic Fishes database) ein, die die Hamburger Fischereiforscher zusammen mit norwegischen Partnern im Rahmen des internationalen Projektes MAR-ECO speziell für diese Zwecke aufgebaut haben und die nun eine einzigartige Datengrundlage darstellt.

Die höchste lokale Artenvielfalt fand sich in tropischen Breiten. Mehr als 450 verschiedene Fischarten traten in den dortigen Fängen auf. Zu den Polen hin sank die Biodiversität, die niedrigsten Werte wurden für das Südpolarmeer gefunden (124 Arten). Mit dieser Verteilung ähnelt die Biodiversität in der Tiefsee derjenigen an der Meeresoberfläche. Der wichtigste Faktor, der über die Artenvielfalt der Fische entscheidet, ist die Produktivität der Meeresgebiete. Sie wirkt sich unmittelbar auf die Nahrungssituation in Lebensgemeinschaften aus, also auf das fressen und gefressen werden, und bestimmt dadurch das gesamte Nahrungsnetz der Meerestiere bis hinunter in die Tiefsee. In den tropischen Breiten fördert ein kontinuierlicher Zustrom von pflanzlichem Plankton aufgrund fehlender jahreszeitlicher Dynamik die Artenvielfalt, während sich in hohen Breiten die starke Saisonalität negativ auf die Vielfalt auswirkt. Als zweiter Faktor ist die Größe der Meeresgebiete von Bedeutung. Die großen Gebiete im Südatlantik beherbergen proportional mehr Arten als der relativ kleine Nordatlantik.

Quelle: Link

Bildquelle: Link

Weiterführende Links: www.vti.bund.de

Bildbeschreibung:

Wie aus einem Horrorfilm: Der rund 30 cm lange Dreiwarzen-Seeteufel (Cryptopsaras couesii) gehört zu den Tiefsee-Rutenanglern. Seine Kopfpartie ist mit einem Angelorgan ausgestattet, das zum Anlocken von Beute vors Maul gehalten wird. Sobald ein Beutefisch die Spitze der Angel berührt, wird das große, nach oben gestellte Maul aufgerissen und die Beute eingesogen.


12.01.2009 - Meer

Heute war Wassertest-Tag im Meerwasser:

Test Messwert
pH 8,0-8,5
kH 7
NO3 10mg/l
PO4 0,092mg/l
Ca 440mg/l
Mg 1320mg/l
Si <0,05mg/l
Dichte 1,02275
Temperatur 26°C

Vielleicht gibts ja bald noch ein paar Steinkorallen?!


11.01.2009 - Meer

In den letzten Monaten ist der Wasserwechsel im Meerwasserbecken leider etwas zu kurz gekommen und ich hatte einen NO3 Wert von ca 25mg/l (Salifert) sowie einen PO4 Wert von 0,092mg/l. Daraufhin habe ich starkes Fadenalgenwachstum bekommen, welches ich nicht zu stoppen wusste.

Gegen die Algen sind nun ein Seeigel (Mespilia globulus Klick ) und ein Blenny (Salarias ramosus (Klick)) eingezogen. Der Seeigel interessiert sich mehr für andere Algen sowie die Zufütterung von Caulerpaalgen und der Blenny denkt sich anscheinend: „Frostfutter und Flocken sind doch genüsslicher und einfacher zu erbeuten als lästiges Algenzupfen – auch wenn der da 2 Tage lang nicht füttert, an Algen geh ich trotzdem nicht!“. Naja, wenigstens frisst er alles was man ins Becken schmeißt und auch sonst ist er ein ziemlich interessierter Beobachter.

Salarias ramosus

Um mein Nitratproblemchen zu lösen führte ich 2 Wochen hintereinander einen größeren Wasserwechsel von ca. 50l durch und erreichte damit einen NO3 Wert von ca. 10mg/l, was akzeptabler ist. Um den Wert noch ein wenig weiter zu drücken habe ich mir nun die Bakterien „Dupla Bacter M“ (www.dupla.com) besorgt und füttere (auf Anraten meines Händlers) wieder vermehrt mit sehr gut gespülten Frostfutter, da Flocken und Granulatfutter sehr viel NO3 beinhalten sollen. Weiterhin habe ich den Abschäumer nasser eingestellt, um somit ein bisschen mehr PO4 entfernen zu können. Ich werde mich auch etwas stärker mit der Wodkamethode beschäftigen um evtl. die zugeführten Bakterien zusätzlich zu füttern.

 

Gestern konnte endlich die neue Lampe für das Meerwasserbecken abholen:



Ich habe mich für eine Giesemann Infinity 1x250W HQI + 4x24W T5 entschieden und mich von der AquaMedic Ocean Light 150W HQI und dem 2x24W T5 Balken getrennt. Die neue Lampe ist um einiges heller, macht wesentlich schöneres Licht und vorallem das edle Design wertet nun die Gesamtoptik des Meerwasserbeckens auf.


Hier der Link zur Herstellerseite: www.giesemann.de

Ein Gesamtbild des Meerwasserbeckens gibt es demnächst, wenn es einigermaßen vorzeigbar ist, da ja leider einige Korallen abgestorben sind...


08.01.2009 - Meer

Seit einigen Tagen/Wochen stand meine Ohrenlederkoralle ziemlich schlecht. Heute sah die dann so aus:


Sie löste sich also auf... also nichts wie abschneiden und wegschmeißen, was wohl auch, dem Geruch nach zu Urteilen, ziemlich nötig war. Sie ließ sich sogar schon ohne Probleme abziehen und ich musste nur an einer kleinen Stelle das Messer schwingen. Hier könnt ihr das Ergebnis einmal an der Koralle und einmal am Stein sehen:



Schade -  beim Abziehen realisiert man mal wieder, dass es sich bei Korallen um Tiere handelt und nicht, wie es oft angenommen wird, um pflanzenähnliche Lebewesen. Ich finde es macht einen großen Unterschied eine Pflanze wegzuwerfen oder ein Tier...


07.01.2009 - 160l Pflanzenaquarium
Noch einmal wurde etwas gegärtnert:


Für eine vergrößerte Ansicht Rechtsklick und "Grafik anzeigen"


05.01.2009 - Literatur

Ich war grade bei meinem Zeitschriftenhändler und konnte die neue Ausgabe der Amazonas (#21) ergattern. Hauptthema sind diesmal Zwerggarnelen. Im Durchblättern der über 30seitigen Garnelenberichte (indo-Shrimps - Garnelen für die Welt; Pflege und Zucht von Zwerggarnelen; Schwarz und Rot - Auslesezucht bei zwei Garnelen und Die blaue Tigergarnele) kann man Bilder der verschiedensten Arten und Farbvariationen sehen und bestimmt wird man das ein oder andere Interessante erfahren.

Weitere Themen sind unter anderen: Torpedo-Zwergbuntbarsche, Aquaristik in Bolivien und Lebendfutter - auch über aktuelle Termine und Neuheiten kann man etwas erfahren. Also einfach mal reinschmökern!



In der nächsten Ausgabe der Amazonas (#22) (erscheint Anfang März) wird über Malawiseebuntbarsche, Neonregenbogenfische, Channa pulchra und Hollandbecken gehen.


04.01.2009 - AquaNet.TV

Bald ist es wieder soweit:

am Donnerstag, 08.01.2009 gibt es die neue Folge von AquaNet.TV um 18 und 21Uhr. In dieser Sendung wird es um folgende Themen gehen:

Zoo-Aquarium in Berlin

Die ersten Schritte zum Meerwasseraquarium

Tanganjikasee - mittelgroße Buntbarsche

Garnelen made in Berlin

Wer nicht solange warten möchte kann sich entweder im Archiv die letzte Staffel oder im WebTV die letzte Folge (vom 25.12.2008) im Dauerstream anschauen!

auf zu AquaNet.TV



04.01.2009 - 576l Diskusbecken
Es war einmal wieder Zeit im eigentlichen Diskusbecken umzuräumen. Nach einer großen Gärtneraktion, 400l Wasserwechsel sowie Filterreinigung und Scheiben putzen kommt nun folgendes Layout zustande:

 

Leider sind die Diskus immer noch (bzw. nach einem eintägigen Ausflug in das 576er Becken wieder) im 100l fassenden Quarantänebecken untergebracht und werden dort jetzt mit „Preis Coly“ (Link)behandelt, da ich vermute, dass ich es bei den Tieren zusätzlich zu den Darmflagellaten  noch mit Kiemenwürmern zu tun habe. Ich dosiere Preis Coly nun 4 Tage hintereinander mit 30ml/100l und weiterhin wird auch das Granulatfutter mit diesem Mittel angereichert. Ich hoffe, dass dies nun Wirkung zeigt, denn auch eine 7 tägige Wärmebehandlung bei 35°C brachte bezüglich der Darmparasiten keine Besserung. Momentan beträgt die Temperatur im Quarantänebecken 30°C.

 

04.01.2009 - 160l Pflanzenaquarium
Während der Weihnachtsfeiertage hatte ich Zeit die Steine etwas zu versetzen und nach dieser einer großen Umräumaktion die Pflanzen neu zu gruppieren und anzuordnen:

 

04.01.2009 - Futtervorstellung - Shirakura Shrimp Ball Food


Darreichungsform: Futterplättchen

Packungsgrößen: 80g

Bemerkung:

Ich benutze seit einiger Zeit das japanische Shirakura Futter für meine Bee-Mischlinge und ich sowie die Garnelen sind sichtlich begeistert. Spätestens nach einer kurzen Gewöhnungszeit an Shirakura, welches inzwischen mein bevorzugtes Garnelenfutter geworden ist, wird es von allen Garnelen sehr gerne angenommen. Es bilden sich auch oft regelrechte „Garnelenhaufen“, wie der ein oder andere von manchen bestimmt von Bildern her kennt, da die Garnelen auf dieses Futter in der Tat „abfahren“.

Shirakura wird in Form von flachen Futtertabs bzw. Täfelchen gereicht, wo von jedes für die Fütterung von etwa 30-40 Garnelen ausreicht. Wenn man weniger Tiere damit versorgen muss, lässt es sich leicht auf die gewünschte Größe brechen. Ich dem Einbringen ins Wasser sinkt es meist sofort ab oder wird, falls es an der Oberfläche treiben sollte, kurz angestupst und es fällt direkt auf den Grund des Beckens. Es wird in einem wieder verschließbarem Aluminiumbeutel geliefert und enthält gegen ein feucht werden des Futters auch die kleinen Beutelchen, die Feuchtigkeit anziehen und die man auch aus Schuhkartons kennt („Do not eat!“ „Throw away!“). Es soll auch die Weiß- und Farbanteile unterstützen und wird weltweit von vielen Züchtern aller Garnelenarten eingesetzt. Übrigens der Name des Futters kommt vom Entwickler und Züchter Shirakura.

Insgesamt rechtfertigt die Qualität dieses Futter und die Freude beim Verfüttern den (recht teuren) Preis von ca. 12-15€ für 80g.


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04.01.2009 - Futtervorstellung - GranoVital Blütenpollen

Darreichungsform: Granulat

Packungsgrößen: 200 g; 500 g

Bemerkung:
Als mir Mura (www.waterbox.de) erzählte er verfüttert Blütenpollengranulat an seine Garnelen, war ich erst einmal stutzig, da ich von diesem Futtere noch nie etwas gehört hatte. Er zeigte mir wie dieses Futter im Einsatz aussah und ich war sofort begeistert, denn die Blütenpollen eignen sich ausgezeichnet als Aufzuchtfutter für Junggarnelen sowie als pflanzliche Zusatznahrung für adulte Tiere. Blütenpollen sind ja sehr fein, fast könnte man „staubig“ sagen, was natürlich für Jungtiere optimal ist. Wenn man dieses Granulat ins Wasser gibt verhalten sich die Kügelchen recht unterschiedlich, bevor sie zerstäuben: die einen gehen sofort unter, sinken zu Boden und bleiben dort liegen, die anderen treiben an der Wasseroberfläche und verteilen durch die Strömung somit die Pollen im gesamten Becken. Andere wiederum sinken zu Boden um kurz danach wieder aufzutreiben und erneut abzusinken – dieses Spiel kann sich sogar öfters wiederholen – und verteilen somit die Blütenpollen in allen Wasserschichten. Auch verschiedene Züchter sollen dieses Futter anwenden und manche sagen, dass die Tiere dadurch vitaler und somit auch farbenprächtiger werden.

Jeden Tag verfüttere ich ein paar von diesen Garnulatperlen an meine Garnelen, die dies gerne zu sich nehmen. Auch konnte ich beobachten, dass manche Panzerwelse gerne um dieses Futter herumwuseln – ob sie es nun wirklich fressen konnte in leider nicht feststellen.

Das Blütenpollengranulat könnt ihr im Reformhaus für ca. 10€ für 200g im Schraubglas erstehen.

Info des Herstellers:

Blütenpollen werden von den Sammelbienen bei der Nektarsuche von den unterschiedlichsten Pflanzen gesammelt und dienen mit den wertvollen, lebensnotwendigen Inhaltsstoffen als Kraftfutter für Nachwuchs und Bienenkönigin. GranoVital Blütenpollen stammen aus sorgfältig gereinigten Mischtrachten, damit die Pollen der unterschiedlichsten Pflanzen sich gegenseitig in ihren Inhaltsstoffen ergänzen. GranoVital Blütenpollen sind besonders stabil und lange haltbar.

Eiweiß:17.8g; Kohlenhydrate:55.3g; Fett:8.5g

Zur Herstellerseite gehts hier entlang: Blütenpollen


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